StartAuslandskontakteChina - Besuch in Shanghai März/April 2010

China -Austausch März/April 2010

Schüleraustausch mit Shanghai! Bilder

Heuer fand unser Schüleraustausch mit der Middle School No 2 in Shanghai zum dritten Mal statt - diesmal vom 17. März bis zum 2. April 2010.

Wie schon üblich wurden wir nach einem endlos scheinenden Flug von München nach Shanghai am internationalen Flughafen in Pudong von unserer dortigen Kollegin Rena Gao in Empfang genommen. Sie kümmerte sich von Anfang an bestens um uns! Zunächst bedeutete dies wieder, dass die Weiterreise mit der Magnetschwebebahn vom Flughafen zum Bahnhof in Pudong ohne lästiges Gepäck fortgesetzt werden konnte,  eine Fahrt, die bei einer Spitzengeschwindigkeit von 430 km/h in nur wenigen Minuten vorüber war. 

Von dort ging es mit der gerade neu errichteten U-Bahnlinie 1 nach Puxi zu unserer Partnerschule.

Nach einer ersten Nacht in den Gastfamilien bzw. im Hotel trafen wir uns am Morgen und der chinesische Schulalltag begann: Vor dem Unterricht gemeinsame Gymnastik aller chinesischen Schüler im Pausenhof, der gleichzeitig Sportplatz ist. Unterrichtsbeginn um 8 Uhr (wobei manche Schüler schon fast eine Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren) und Unterrichtsende erst spät am Nachmittag - von Montag bis Freitag. Nach dem Unterricht, aber das betraf natürlich unsere Schüler nicht, jeden Tag noch Hausaufgaben bis tief in die Nacht. Und Wochenende bedeutet für chinesische Schüler auch nicht Erholung, sondern viele nehmen freiwillig zur Verbesserung ihrer Leistungen an schulischen und privaten Zusatzkursen teil.

Doch kann sich eine Reise nach China nicht darin erschöpfen, nur Schulstunden an einer chinesischen Schule zu besuchen. Also gab es auch ein abwechslungsreiches Zusatzprogramm: Bereits am Freitagnachmittag erforschten wir die Umgebung der Schule. Der Samstag stand allen zur freien Verfügung, aber am Sonntag, bereits am frühen Morgen, ging es auf eine Tour, die uns vom klassischen Yu-Garten bis zum Pearl-Tower, dem berühmtesten Fernsehturm Asiens mit seiner phänomenalen Aussicht über Shanghai, führte. Zum Abschluss gab es dort im  Drehrestaurant für alle ein typisches chinesisches Essen.

Der Höhepunkt der folgenden Woche war die Fahrt mit den 11. Klassen unserer Partnerschule nach Nanjing, wo uns an zwei Tagen vor Augen geführt wurden, was staatsbürgerliche Erziehung in China bedeutet: Eine endlose Reihe von Besuchen gewaltigster Monumente, die die Vergangenheit der Volksrepublik China verherrlichen. Unglücklicher Weise waren beide Tage, um es euphemistisch auszudrücken, etwas verregnet. Zurück in Shanghai stand zwar der Schulbesuch im Vordergrund. Dennoch kamen die Sehenswürdigkeiten Shanghais nicht zu kurz. Auf dem Programm stand ein Besuch am Platz des Volkes, einer ehemalige Pferderennbahn im Herzen der City, die Besichtigung des Fuxing-Parks und Xintiandis, eine Fahrt zum Long An Tempel vor den Toren Shanghais, dem einzigen Tempel in der Umgebung mit Pagode und noch mehr. Ein weiterer Höhepunkt war die märchenhaft erhabene Kulisse der Wolkenkratzer von Pudong jenseits des Huangpu, im Tageslicht und bei Nacht. Nicht zu vergessen ist der sonntägliche Tagesausflug nach Zhou Zhuang, dem bekanntesten Wasserdorf Chinas nahe bei Shanghai mit traditionellen Häusern entlang romantischer Kanäle. Eine Besonderheit anderer Art war der Besuch der Shanghai University of Traditional Chinese Medicine mit einer Führung durch ihre Ausstellungsräume.

Nach zwölf Tagen hieß es Abschied nehmen, allerdings noch nicht von China,denn der Weg nach Hause

führte über Peking, wo wir nicht nur die üblichen Sehenswürdigkeiten besuchten - verbotene Stadt, Olympiagelände, Große Mauer, Heilige Straße, Ming-Gräber - sondern auch der Deutschen Botschaft einen Besuch abstatten durften, wo wir über die verantwortungsvolle Arbeit der deutschen Auslandsvertretung in China aufgeklärt wurden.

Das Fazit eines solchen Austausches ist auch im dritten Jahr unverändert. Unsere Schüler haben den Ehrgeiz der chinesischen Schüler kennen gelernt, sowie einen so krassen Gegensatz zwischen arm und reich, wie er ihnen bisher unbekannt war. Sie haben erfahren, dass die Menschen im diktatorisch regierten China offen für das Neue und neugierig auf eine andere Welt sind. Sie haben Fremde verstehen gelernt und Freunde gewonnen, die sie gerne zu sich nach Hause einluden, um ihnen ihre Welt zu zeigen.

Iris Eberl / Alfred Hammer